Eröffnung der Ausstellungsintervention am Tag der Menschenrechte

Gespräche in der Ausstellungsintervention

Gespräche in der Ausstellungsintervention.
Foto: Werner Kuhnle

Am 10. Dezember um 17 Uhr war es endlich so weit: Schülerinnen und Schüler des Schlossgymnasiums waren mit Lehrkräften, Eltern und Direktorin gekommen, die jungen Flüchtlinge hatten Freunde, Verwandte, interessierte Mitbewohner aus der Flüchtlingsunterkunft und Mitarbeiterinnen von Chai aus Kirchheim mitgebracht.

Im Videobereich der Intervention: Die ursprüngliche Projektion wurde durch die Schülerinterviews auf Zeit ersetzt

Im Videobereich der Intervention: Die ursprüngliche Projektion wurde durch die Schülerinterviews auf Zeit ersetzt. Foto: Werner Kuhnle

 

Die knapp achtzig Eröffnungsgäste wurden von der Ausstellungsleiterin Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger im Veranstaltungssaal begrüßt. Sie dankte den Jugendlichen und den Kooperationspartnern für ihr Engagement. Sie hob hervor, dass das Projekt, das inmitten der Dauerausstellung zu sehen ist, Besucherinnen und Besucher miteinander in Kontakt bringen kann, die man sonst selten zusammenbringt: traditionelle, vorwiegend bürgerliche Museumsbesucher, die sich wenig für Migrationsgeschichte interessieren, und Migranten, die sich oft nicht als Bestandteil der deutschen Regionalgeschichte im Museum gemeint fühlen.

Eine Schülerin erzählt die Geschichte der Flüchtlingsunterkunft in der Charlottenstraße

Eine Schülerin erzählt die Geschichte der Flüchtlingsunterkunft in der Charlottenstraße.
Foto: Werner Kuhnle

Anschließend stellten die institutionellen Kooperationspartner in kurzen Grußworten noch einmal ihre Perspektiven auf das Interventionsprojekt vor. Die Schulleiterin Lucia Heffner dankte dem Haus der Geschichte dafür, dass das Jugendprojekt in der Landeshauptstadt an prominenter Stelle gezeigt werden kann. Renate Hirsch von der Flüchtlingsberatungsstelle Chai stellte den erfolgreichen Begegnungscharakter des Projekts heraus. Der Leiter des Stadtarchivs Dr. Joachim Brüser betonte, dass die Ausstellung im Haus der Geschichte der Beginn der Projektpräsentation sei, die dann ab Ende März 2014 im Kirchheimer Museum Kornhaus gezeigt werden wird.

Nach einer Rede der Künstlerin Ülkü Süngün, die ihre persönliche Bilanz des künstlerischen und didaktischen Projekts zog, führten Christian Reiff und Alina Strobelt, Schüler und Schülerin des Schlossgymnasiums, inhaltlich in die Ausstellungsintervention ein. Alina berichtete zudem von den Plänen der Schüler, auch nach der Eröffnung den Kontakt zu den Flüchtlingen zu halten und für sie aktiv zu werden. Unter anderem möchten die Schüler einen elektrischen Rollstuhl für einen behinderten Flüchtling beschaffen.

Führung durch die Ausstellungsintervention. In der Bildmitte die Künstlerin Ülkü Süngün

Führung durch die Ausstellungsintervention. In der Bildmitte die Künstlerin Ülkü Süngün.
Foto: Werner Kuhnle

Anschließend sahen sich alle Gäste die Intervention im Themenpark der Dauerausstellung an. Das Interesse und der Wunsch nach weiteren Hintergrundinformationen waren so groß, dass Frau Süngün und einige der Jugendlichen sich spontan entschlossen, eine Führung durch ihre Intervention anzubieten.

Während die meisten Schülerinnen und Schüler wegen einer am nächsten Tag anstehenden Klassenarbeit dann nach Kirchheim zurückfuhren, blieb die Mehrzahl der Flüchtlinge noch länger im Haus, um an der Abendveranstaltung teilzunehmen und die Flüchtlingsband „Wüstenblume“ zu hören. Einer der Musiker war auch am Ausstellungsprojekt beteiligt.

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